Allgemeine Aussagen zur Tumorbehandlung:
a) Potenzen und Dosierung
Es gibt kaum einen Bereich in der Homöopathie, der so verschieden, so individuell gehandhabt wird, wie die Potenzhöhe und die Dosierung. Hier gibt es kaum ein „richtig und falsch“. Entsprechend gibt es auch bei der Behandlung von Krebs verschiedene Möglichkeiten:
· Tiefpotenzen (E. J. Jones) oder Urtinkturen (R. T. Cooper) - aber: Gefahr der Ver-schlimmerung oder lebensbedrohlichen Ausscheidungsreaktion
· Tiefpotenzen kombiniert mit hohen Potenzen (Burnett): s. o.
· Mittlere und hohe Potenzen (A. H. Grimmer): Grimmer differenzierte nach dem Stadium der Erkrankung. In den Frühstadien des Krebses begann er oft mit der C 30 und ging dann auf die XM oder höher. In Spätstadien ging er nie über die C 30, sondern ging dann runter in der Skala, z. B. D 6 o. ä.
· Hochpotenzen (200, M, XM, LM) (Ramakrishnan, H. Barthel)
· LM-Potenzen (Spinedi)
Wie auch immer man sich entscheidet, die Erfahrung der meisten „Krebshomöopathen“ zeigt, dass es ratsam ist, bei Krebs die Potenzen/Mittel häufig zu wiederholen! Das bedeutet mindestens mehrmals wöchentliche bis tägliche (ev. sogar mehrmals tägl.) Gaben. Dies gilt auch bei Hochpotenzen, ohne (!) dass hierbei häufiger Prüfungssymptome auftreten.
Ratsam (aber nicht zwingend notwendig) ist die Modifikation des Reizes. z. B. indem der Patient das Mittel in Wasser einnimmt und vor jeder Einnahme die Flüssigkeit kräftig verrührt. Bei empfindlichen Patienten oder Überreaktionen kann der Reiz über mehrere Gläser abgeschwächt werden (z. B. „Drei-Wasserglas-Methode“).b) Prognose
Ähnlich wie in der Schulmedizin gilt auch bei der homöopathischen Behandlung: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser. A. H. Grimmer (Schüler Kents; 57 Jahre Praxis, über 1000 Krebsfälle) schätzt, dass in frühen Stadien von Krebs 80 % Heilung möglich ist, in Endstadien aber nur noch 10 %.Diese Zahlen sind realistisch (vgl. z. B. Zeitschrift „International Hahnemann Association“, Bd. 47, 1926:
Umfrage unter verschiedenen Homöopathen (Underhill u. a.), ca. 1100 Falle berücksichtigt, 60 - 80 % Heilungen!).
Bei der Prognose spielen natürlich verschiedene Faktoren eine Rolle: miasmatische Belastung, Häufung der Cofaktoren (Impfungen, Unterdrückung, Arzneikrankheit u. a.), Lebensweise und psychische Verarbeitung, Zeitpunkt und Intensität von Operation! Chemotherapie/Bestrahlung etc. Letztendlich zeigt aber erst die Reaktion auf die homöopathischen Mittel, wie stark die Lebenskraft ist, wie weit Heilung, Linderung oder eben nichts mehr erreicht werden kann.
Da man aber - solange der Patient lebt - nie sicher sagen kann, dass „gar nichts“ mehr erreicht werden kann (s. u. Palliation), ist eine homöopathische Behandlung eigentlich in jedem Krebsfall anzuraten.
Was in jedem Fall notwendig ist, sind Zeit und Geduld!
„... es ist völlig sinnlos, alte Tumoren - kanzeröse oder gutartige - heilen zu wollen, es sei denn, Sie verfügen über eine außerordentliche GEDULD. Schnelle Heilungen alter Tumoren mit Arzneimitteln habe ich niemals beobachtet auch glaube ich nicht, dass man sie jemals rasch heilen wird, einfach deswegen, weil es sich um Produkte der Lebenskraft handelt ... (...) sie entstehen via vitae (auf dem Weg des Lebens) und müssen auf vitale Weise geheilt werden, und für diesen Vorgang ist ZEIT nötig, oftmals viel Zeit. (...) ... einige frisch entstandene Tumoren (heilen) innerhalb weniger Wochen oder Monate, (.) während andere ebenso viele Jahre benötigen. Ganz allgemein gesagt dauert die Heilung eines Tumors mithilfe von Arzneien ebenso lange. wie dieser für sein Wachstum benötigte. Und hierbei darf nicht vergessen werden, dass ein Tumor häufig lange Zeit existierte, bevor er gefunden wird.“ (Burnett, Tumoren der Brust, S. 23-24). [vgl. Hahnemann, CK, S. 170: „Die Heilung 10-, 20-, 30- und mehrjähriger Krankheiten (...) kann man schnell verrichtet nennen, wenn man sie in einem bis zwei Jahren zustande bringt“;]
Was auch notwendig sein wird, sind mehrere Mittel. Selten reicht ein homöopathisches Mittel alleine, um einen Krebsfall zu heilen!
(vgl. Hahnemann: „Hier komme ich auf den ... Umstand, dass ... die ... Psora sehr selten von einem einzelnen Mittel geheilt werden kann, sondern die Anwendung mehrerer dieser Arzneien, in den schlimmsten Fällen auch wohl vieler nach und nach zur vollständigen Heilung bedürfe“)
Diese Mittel werden entsprechend der Strategie (s. o.), dem Heilungsverlauf (s. u.) und der aktuellen Symptomatik des Patienten gewählt. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass neue anhaltende/ festständige Symptome in der Regel einen Mittelwechsel indizieren. (Grimmer, Collected works..., S. 793; KH 6/99, s. 240: “Während der Behandlung werden sich die Symptome des Patienten viele Male ändern und damit eine Änderung des Mittels erfordern“)
c) Verlaufsbeurteilung
Größe des Tumors: Der wichtigste Parameter in der Beurteilung der Mittelwirkungen ist die Größe des Tumors! D. Spinedi fasst es gut zusammen: „Wenn der Tumor [oder Tumormarker] kleiner wird [oder sich die Konsistenz verändert], hat unsere Therapie Erfolg; bleibt er stationär, dann hat unsere Therapie vielleicht Erfolg; wächst er, muss das Mittel falsch sein.“ (Zeitschrift für Klassische Homöopathie, 3/98, S. 101). Andere Ebenen des Patienten, auch die Psyche (!), haben sich diesem unterzuordnen, spielen damit also eine eher untergeordnete Rolle!
Auch bei einer deutlichen Besserung muss konsequent weiter behandelt werden.
„Um einen Tumor mit Hilfe von Arzneimitteln zu heilen, muss man auch zunächst lernen, wie das zu tun ist, aber es ist das Werk eines geduldigen Schachspielers ... Die große Kunst der Tumorheilung ... lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: immer schön weitermachen!“ (Burnett, Die Heilbarkeit von ..., S. 41 ?) Gerade an diesem Punkt der Behandlung besteht die Gefahr, dass der Patient wegen seiner subjektiven und/oder objektiven Besserung die Einnahme der Mittel und die Verlaufskontrolle vernachlässigt und damit Rückfälle provoziert.
Wenn man die miasmatischen Zusammenhänge und den Begriff „Krebsdiathese“ verstanden hat, weiß man auch, dass sogar nach Verschwinden des Tumors konsequent weiter behandelt werden muss, denn die zugrunde liegenden Miasmen sind so schnell nicht besiegt, und es ist durchaus möglich, dass nicht (oder falsch) homöopathisch weiter behandelte Patienten neue Tumoren entwickeln!
· Schmerzen: Die Besserung! Abnahme von Schmerzen ist normalerweise ein Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg ist; es kann aber auch vorübergehend zu einer Zunahme von Schmerzen oder Empfindlichkeit kommen.
· Allgemeinzustand: Besserung von Appetit, Gewicht, Gesichtsfarbe, Verdauung, Energie, Stimmung etc. sind natürlich tendenziell gute Zeichen, bedeuten aber nicht, dass damit automatisch der Tumor kleiner geworden ist; die Besserung kann auch nur das Resultat einer Pallation sein.
· Heilreaktionen: Ausscheidungsreaktionen (z. B. Schweiß, Durchfall, Abszesse, Hautaus-schläge) oder Fieber können im Behandlungsverlauf auftreten und sollten nicht leichtfertig schulmedizinisch unterdrückt werden.
Im Verlauf der Heilung können sich auch Symptome melden, die vor Ausbruch des Tumors bestanden (sogenannte präkanzeröse Symptome). Auch hier kann eine Unterdrückung fatal sein.
d) Zusätzliche Maßnahmen
Es ist fast selbstverständlich, dass eine Änderung der Lebensweise (weniger Stress, Reduzierung von Reizmitteln wie Kaffee, Alkohol etc., gesunde Ernährung, mehr Ruhepausen und Bewegung) sowie ev. psychologische Betreuung die homöopathische Behandlung eher unterstützen. Die Patienten reagieren allerdings sehr verschieden auf die Diagnose Krebs und nur wenige sind bereit, daraufhin ihr Leben zu ändern.
Schwieriger wird es, wenn zusätzlich „biologische Therapien“ (Mistelpräparate, „Darmsanierung“, Sauerstofftherapie, etc.) angewendet werden. Diese Thematik ist zu komplex um sie kurz allgemein abzuhandeln – aus der Sicht und Erfahrung der meisten klassischen Homöopathen ist es aber sicher so, dass wir gerne auf zusätzliche Therapien verzichten!
III) Palliation
Wenn ein Krebsgeschehen schon zu weit fortgeschritten ist, um noch Heilung bewirken zu können, ist doch alleine die Linderung von Krebsbeschwerden (Schmerzen, pathologische Absonderungen, Obstipation, Appetitlosigkeit, etc) durch die Homöopathie ein Segen. Die Strategien sind die gleichen wie oben besprochen.
folgende Fall:
Bsp. 6: ,,Ein inoperabler Fall“/J. Hasbrouck, 1904
„Am 1. September 1903 bekam ich als Konsiliar-Arzt im Dobbs-Ferry-Krankenhaus Frau K. zur Behandlung. Sie litt seit einem Jahr an dyspeptischen Beschwerden; Erbrechen, Obstipation, körperlicher Verfall, Abmagerung, und während der letzten 2 Monate generalisierte Ödeme und Aszites.(...) Die Erkrankung wurde sowohl von ihrem Hausarzt, als von einem New Yorker Spezialisten als inoperabler Magenkrebs diagnostiziert.
Die Patientin wurde auf einer Bahre ins Krankenhaus gebracht, um den bevorstehenden Tod, der ganz offensichtlich nicht mehr weit war, zu erwarten. Nur durch Morphium-Injektionen erhielt sie Schlaf und Linderung ihrer Schmerzen.
Da ich niemals das Urteil des Schicksals akzeptiere, ohne den Patienten selbst untersucht zu haben, verwarf ich die Diagnose und Prognose und machte meine eigene Untersuchung.
Ich fand einen Klumpen (Tumor) am unteren Rand des Magens und einen Aszites, der aussah, als sei die Patientin im letzten Schwangerschaftsmonat. Ihr Aussehen war anämisch und ihre Extremitäten waren stark abgemagert. Sie erbrach alles was sie zu sich nahm. Über dem Magen und Abdomen bestand eine große (Berührungs-) Empfindlichkeit. Nur mit Hilfe von Einläufen hatte sie Stuhlgang. Aus ihrem Mund rann ständig ein salziger Speichel. Ihr Geist war vollkommen klar und sie hielt ihren Zustand für hoffnungslos. (...) Mein erster Gedanke war Carbo animalis.
In Herings „Leitsymptomen unserer Materia medica“ fand ich (unter Carbo animalis) die folgenden Symptome, welche in ihrem Fall besonders ausgeprägt waren:
- ungetrübtes Bewusstsein bei großer, qualvoller Angst und sinkender Lebenskraft; (...)
- Gesicht sieht kachektisch aus; erdfarben
- Verhärtung der Gebärmutter und Pankreas, Karzinom
- salziger Speichelfluss
- salziges Wasser steigt vom Magen hoch und läuft aus dem Mund: Magenkrebs
- Pankreasverhärtung
- Essen verursacht Müdigkeit, Beschwerden und Brennen im Magen; Aufgetriebenheit; lang anhaltende Übelkeit nach Fleisch; Erbrechen (Pankreasverhärtung); (...)
Ich hatte nun zwar nicht die Krankheit aber den Patienten diagnostiziert und gab Carbo animalis C 7, ein Glob. alle 2 Stunden und erwartete das Resultat mit Zuversicht.
Ich wies die Krankenschwester an, ihr nur noch die halbe Menge des Morphiums zu geben sowie Eiweiß und Wasser zum Trinken. Im gleichen Verhältnis wurde das Morphium täglich reduziert und in weniger als einer Woche ganz abgesetzt.
(Verlauf:) Es waren keine Einläufe mehr nötig und der Urin floss reichlich und schmerzlos. (...) Sie hatte zwar kein Speisenerbrechen mehr, aber erbrach noch 2 - 3 Wochen lang einmal täglich mehr oder weniger Schleim. Nach 1 Woche waren Wasseraufstoßen und Rülpsen viel weniger geworden und nicht mehr salzig. Innerhalb von 2 Wochen aß sie Rühreier, Lammkotelett, trockenes Brot, Getreide mit Milch, und ließ sich in einen Rollstuhl setzen und saß auf der Piazza.
Nach 3 Wochen stand sie auf, zog sich an und erledigte selbstständig ihre Körperpflege im Badezimmer. Nach 6 Wochen waren die Wadenmuskeln wieder zu kräftigen Muskeln gewachsen.
Sie kehrte nach Hause und ihren häuslichen Pflichten zurück, zwar noch nicht als gesunde Frau, aber klar, hoffnungsvoll und fröhlich. Der ödematöse Bauch ist zwar noch größer als normal, aber mit abnehmender Tendenz.
Sie hatte dann einen Rückfall nach dem Verzehr von Fisch: es folgten Gastritis und Diarrhoe, welche schnell auf Bryonia (C) 200 ansprachen. Bei meiner Visite am 15. November (= 2 1/2 Monate später) erbrach sie alle Speisen, mundvoll und ohne Übelkeit. Ich verschrieb Phosphorus (C) 30.
17. November: das Erbrechen hat aufgehört.
22. November: kein Erbrechen, aber das Abdomen größer. Ich verschrieb Carbo animalis C 30 Außer den letzten beiden Mitteln (Bryonia, Phosphorus) hatte sie nur Carbo animalis erhalten und niemals zwei Mittel gleichzeitig.
Da die Diagnosen ungenau waren (...) kann ich nicht den Namen der Krankheit benennen. Aber ob es Magenkrebs oder Pankreasverhärtung waren kümmert mich nicht. (Damals) am
2. September (1903) glaubte ich fest daran - und weiß es jetzt: Carbo animalis war ihre einzige Hoffnung.
Sogar in inoperablen Fällen - geben sie dem homöopathischen Mittel eine Chance!
(Dr. J. Hasbrouck, North American Journal of Homöopathy, Volume 52, 1 904)
IV) Nachbehandlung nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie
Es gibt hier nun vier mögliche Szenarios:
1) Der Patient kommt noch vor der Operation (selten): Dies ist die beste Variante, denn ich kann erstens den Patienten genauer nach seinen (noch vorhandenen, „unverfälschten“) Tumorsymptomen fragen, und zweitens kann ich sofort (noch vor der Operation) mit der homöopathischen Behandlung beginnen und damit eventuell sogar den Erfolg der Operation (Tumor verkleinert, Lebenskraft gestärkt, Metastasierung verhindert?) verbessern!
2) Der Patient kommt direkt nach der Operation, und es folgt keine schulmedizinische Nachbehandlung (Chemo oder Bestrahlung) (eher selten): hier beginne ich so bald wie möglich die homöopathische Behandlung. Das Mittel wähle ich nach den individuellen Symptomen des Patienten (auch denen die vor der Operation bestanden) und/oder nach miasmatischen Gesichtspunkten, wobei jetzt ja kein Tumor mit tumorspezifischen Mitteln mehr behandelt werden muss, sondern „nur“ noch die Krebsdiathese. Allerdings lohnt es sich, den Patienten nach seinen individuellen Tumorsymptomen zu fragen (auch wenn sie jetzt „wegoperiert“ worden sind), denn diese könnten eventuell eine Hilfe bei der Mittelwahl sein.
3) Der Patient kommt nach der Operation und es folgt noch eine schulmedizinische Nachbehandlung (Chemo, Bestrahlung) (häufig): hier gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten:
a) ich behandle auch während der Chemo / Bestrahlung mit dem ähnlichsten (antimiasmatischen) Mittel (welches ich in der Anamnese nach der Operation bestimmt habe). Nach Spinedis Erfahrung ist dieses Mittel oft in der Lage, die Nebenwirkung einer Chemotherapie abzuschwächen.
b) Ich „begleite“ zunächst die Chemotherapie / Bestrahlung mit spezifischen Mitteln (welche ich gleich erwähne) und beginne erst danach (oder in den Behandlungspausen, z. B. am Wochenende) mit dem ähnlichsten Mittel.
c) Ich kombiniere beides und gebe mehrere Mittel parallel (aber möglichst zeitlich versetzt).
Spezifische Mittel (mit dem Ziel, die Nebenwirkungen von Chemo / Bestrahlung wie Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Anämie abzuschwächen) sind z. B.:
- Begleitung der Chemo: Nux v. (z. B. LM 6) und Card-M. (z. B. D1 oder LM 1); im Grunde potente „Lebermittel“; falls diese beiden Mittel nicht wirken (was eher selten vorkommt), muss man nach der aktuellen Symptomatik das ähnlichste Mittel finden (z. B. Ip. etc.).
- Begleitung der Bestrahlung: Hauptmittel: X-ray, Rad-br. (nach Symptomatik differenzieren); wenn diese nicht helfen ev.: Phos., Sol. (Verbrennungen), Fl-ac (Fibrosierungen), Nux-v., Cadm-j. u. a.
4) Der Patient kommt nach der Operation und nach der schulmedizinischen Nachbehandlung (Chemo, Bestrahlung) (öfters): hier muss ich versuchen zu entscheiden, inwieweit die Chemo / Bestrahlung dem Patienten geschadet hat (ersichtlich, wenn seitdem neue Beschwerden bestehen oder seine Symptomatik sich stark verändert hat). je mehr ich von einer Schädigung ausgehe, um so eher lohnt es sich, vorneweg oder zwischendrin die eben erwähnten spezifischen Mittel einzusetzen (manchmal wirken Mittel besser oder überhaupt nach Zwischengaben solcher Mittel). Ansonsten folgt so schnell wie möglich die chronische (antimiasmatische) Behandlung.
Auch wenn eine schulmedizinische Nachbehandlung die Prognose (aus homöopathischer Sicht) verschlechtert (Burnett:: ... wer einen Tumor oder Knoten hat, kann in der Regel keinen kürzeren Weg [zum Grab] nehmen als über das Skalpell, es sei denn ... die Neigung zum Rückfall wird gleichzeitig mit der Operation oder kurz danach [durch eine antimiasmatische Behandlung] ausgerottet“ [Tumoren der Brust, S. 41]), ist eine homöopathische Nachbehandlung in jedem Falle zu empfehlen!
Für diejenigen, die Zahlen lieben: 1987 wurde eine griechische Studie vorgestellt, in der jeweils 28 Patienten mit metastasierendem Kolonkarzinom postoperativ entweder ausschließlich schulmedizinisch oder schulmedizinisch und homöopathisch behandelt wurden. Die 5-Jahres-Überlebensrate unterschied sich folgendermaßen:
Gruppe 1 (= Tumor noch durch die Darmwand begrenzt): Schulmedizin 30%, Schulmedizin + Homöopathie 81,8% und Gruppe2 (= Ausdehnung auf alle Schichten der Darmwand): Schulmedizin 15,3%, Schulmedizin + Homöopathie 42%. (aus: Zeitschrift für Klassische Homöopathie, 3/98).