Die Symptome, Zeichen und Befunde des Organismus erkennen
Michael Leisten bei der Diagnostizierung
Die allopathischen, sprich allgemeinmedizinischen Befunde sind selbstverständlich Grundlage moderner Homöopathie.
Die Klassische Homöopathie begreift erkrankte Organe und einzelne Beschwerden als Ausdruck einer Störung des Gesamtorganismus, dessen Lebenskraft, die Dynamis wie Hahnemann es nannte beeinträchtigt ist
Die Klassische Homöopathie agiert nicht, wie andere Therapiesysteme lediglich aufgrund des Namens einer Krankheit. Vielmehr trägt Sie immer der individuellen Genetik, der besonderen biographischen Krankheitsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung möglicher erworbener zusätzlicher Belastungen und Störungen und der je anderen Krankheitsaufformung Rechnung.
Sie muss deshalb vielfältige Signale der zugrundeliegenden Störung wahrnehmen, die Körper, Seele und Geist in der aktuellen Krankheitssituation und auch gesamten Beschwerdezeit aussenden.
Für diese wichtige Arbeit nimmt man sich viel Zeit. Es wird gezielt nach Erkrankungen in der Familie gefragt, da die Klassische Homöopathie eine sehr differenzierte und komplexe Lehre der genetisch vererbten Krankheitsdisposition, Miasmatik aufweist, die wichtige Hinweise auf die Ursprünge gerade bei schweren chronischer Krankheiten gibt.
Die Anamnese, d. h. die Patientenbefragung der antimiasmatischen Konstitutionskur im Rahmen der Klassischen Homöopathie, ist die ausführlichste Auseinandersetzung mit dem Patienten in der gesamten Medizin.
Zuerst schildert der Patient in eigenen Worten im sogenannten Spontanbericht seine Sicht und Wahrnehmung der Krankheit. Dieser wird durch die konkreten Nachfragen des Homöopathen zum „Gelenkten Bericht“ vervollständigt. Danach schließt sich in der biographischen Anamnese, in welcher die gesamten je im Leben aufgetretenen Krankheiten erfragt werden, eine höchst aufwendige und umfangreiche Erhebung der Krankheitserscheinungen und –ursachen an.
Damit dem Homöopathen auch wirklich nichts entgeht, fragt er alle Körpersysteme von Kopf bis Fuß ab
Es wird gezielt nach Ernährungsvorlieben, Schlafgewohnten, Beschaffenheit der Ausscheidungen, und seelische Belastungen und typusbezogene Eigenheiten, wie auch nach Reaktionen auf Impfungen, Blutkonserven gefragt.
Von Anfang an
Schon der Ablauf der Schwangerschaft, die Entbindung wie auch die ersten Tage und Wochen sind für uns von besonderem Interesse, da sich in der ersten Zeit die vererbten Terrainschwächen sehr deutlich zeigen. Nicht jeder zahnt z. B. im selben Monat oder in der selben Weise. Bei dem einen Kind wurde es gar nicht groß bemerkt, während bei dem anderen schlimmste Nächte mit Durchfall und Fieber einhergingen.
In der Kindheit zeigt uns der Organismus im Umgang mit den dort vorkommenden Belastungen welche Krankheitsprogrammierung er ausleben muss. Diese Krankheitsprogrammierung, die dann oft in den gesunden Phasen des Lebens, wie eben Jugend etwas zurücktritt, zeigt sich in späteren Jahren, wenn die physiologische Alterung und damit Schwächung einsetzt, seelische und berufliche Belastungen dazu kommen oft in agressiver Form als chronische Krankheit.
Aufgrund dieses Sachverhalts ist es sinnvoll die Krankheitserscheinungen des gesamten Lebens aufzuzeichnen. Eine effektive Hilfe und Anleitung liefert das Homöopathie Tage- und Begleitbuch von Michael Leisten.
Zeichen und Signale des Organismus wahrnehmen
Mit ihrem besonderen Krankheitsverständnis kann die homöopathische Diagnostik Krankheitsursachen erkennen, die der Schulmedizin nicht in den Blick geraten. Hier helfen die Inspektion der Haut mit ihren Hinweisen z. B. auf das Miasma der Sykose bei den gestielten Wärzchen am Hals oder unter den Achseln, genauso wie Feststellung von Zahnabdrücken in der Zunge bei möglicher Schwermetallbelastung, wie die Beschaffenheit der Zunge an sich oder die bestimme Pulsqualität.
So erhalten wir Hinweise auf die jeweilig individuelle Störungsart, die den Organismus im Griff hat. Die homöopathische Diagnostik ist am genauesten und unterscheidet eine Vielzahl an Hautwucherungen und –erscheinungen, sowie unzählige Pulsbeschaffenheiten, des weiteren gibt es Differenzierungen bezüglich Haar- und Nägelbeschaffenheit, die zur Diagnostik herangezogen werden.
Neben der spezifischen homöopathischen Inspektion und der Anamnese wird allgemeine körperliche Untersuchung, wenn nötig durchgeführt und in Zusammenarbeit mit Ärzten Untersuchungen wie Labor, EkG, Röntgen oder Ultraschall angeordnet.
Nicht so sehr schnelle Beschwerdefreiheit, sondern nachhaltiger Linderungsprozess
Im Mittelpunkt der Klassisch-homöopathischen Konstitutionskur steht wie der Begriff schon sagt nicht die nur vorübergehende Wirkung von therapeutsichen Maßnahmen, die über kurz oder lang wieder nachlassen, sondern vielmehr und in einzigartiger Form eine nachhaltige Terrainsanierung bei der durch die energetischen Charakter der Homöopathika, gerade in den Hoch – und Höchstpotenzen, eine ausheilende Regulierung des Organismus bewirkt wird. Genauso individuell wie die Krankheitserhebung ist auch die Arzneimittelwahl und –gabe, sowie die aufmerksame Begleitung und Betreuung des Therapieverlaufs. Diese engmaschige Patientenbetreuung, unterstützt durch die von Patienten geführte Patientenmappe, dazu die Folgeanamnesen und der unter der Woche täglichen Möglichkeit zur mehrstündigen Sprechstunden (telef.) sind die Basis einer effektiven Therapie.
Sie bieten eine permanente Erfolgskontrolle und sind Grundlage einer absolut individuell auf den Patienten abgestimmten Therapiestrategie.